PPS-Systeme – Gastbeitrag von Oliver Binsner

PPS-Systeme (Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme) bestehen aus einem Computerprogramm oder aus einem System aus mehreren Computerprogrammen, die den Anwender bei der Produktionsplanung und –steuerung unterstützen. Somit sind sie in der Lage die Datenverwaltung eines Unternehmens komplett zu übernehmen. Zu den Zielen der PPS-Systeme gehören die Realisierung kurzer Durchlaufzeiten, die Termineinhaltung, optimale Bestandshöhen, sowie die wirtschaftliche Nutzung der vorhandenen Mittel im Betrieb.

Da Enterprise Resource Planning-Systeme (kurz ERP-Systeme) zusätzlich die Planung personeller und finanzieller Ressourcen umfassen, können diese die PPS-Systeme dabei integrieren, sodass beide Systeme zusammenarbeiten können. Das sog. Y-CIM-Modell bildet den theoretischen Hintergrund der Integration von kaufmännischen und technischen Systemen und rundet die Unterstützung durch die PPS-Systeme perfekt ab. Bis in die 1980er Jahre wurden in erster Linie papierbasierte Systeme (ORMIG-Verfahren) für die Produktionsplanung und –steuerung benutzt, heutzutage wurde dieses Verfahren allerdings durch nie Benutzung von Computern ersetzt, da die neue Variante sowohl kosten- als auch zeitsparender sind.

PPS-Systeme sind heutzutage entweder von vielen verschiedenen Herstellern vorgefertigt erhältlich oder sie werden speziell für den Kunden und seine individuellen Bedürfnisse, die je nach Unternehmen sehr stark variieren können, entwickelt. Diese Entwicklung erfolgt fast immer unter Verwendung von Standard-Baukästen, den so genannten Modulen, auf welchen jedes einzelne System beruht. Außerdem sind die PPS-Systeme vieler Hersteller häufig Bestandteil von ERP-Systemen. Möchte man das ERP-System zur grafischen Planung nutzen kann man dies tun indem man es durch einen Fertigungsleitstand ergänzt.

Je nach Standpunkt und Zählweise sind in der heutigen Zeit etwa zwischen 100 und 200 Anbieter auf dem Markt vertreten. Dabei haben sich fast alle Anbieter auf eine bestimmte Zielgruppe spezialisiert. Der Fokus liegt dann entweder auf den Großkonzernen oder auf kleinen und mittleren Unternehmen, den so genannten KMU. Während bei den Großkonzernen vorwiegend SAP, Infor ERP LN (früher Baan), Oracle,PSI und Microsoft Dynamics AX (früher Axapta) verwendet werden, kommen bei den KMU vor allem abas-Business-Software, AvERP, inforCOM (früher VPPS), Micosoft Dynamics NAV (früher Navision) und Sage Group zum Einsatz.

Autor: Oliver Binsner – Unternehmensberater und Interim Manager

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